Freitag, 1. August 2014

Babykuh

Nein, ich ess die nicht, zumindest jetzt noch nicht. Einen Tag ist sie auf dem Foto gerade alt gewesen. Und wenn ihr mehr von ihr und ihrer Herde wissen wollt, müsst ihr da schauen: click


Mittwoch, 30. Juli 2014

Kochen im Urlaub

Schon einige Zeit schon habe ich ein Kochbuch daheim, nun wird es höchste Zeit, dass ich es vorstelle: Urlaubsküche von Katharina Bodenstein und Jutta Schneider, erschienen im AT Verlag.

Eine Pfanne, zwei Töpfe, Reibe, Sieb und ein Grillrost sind laut Vorwort alles, was man an Kochutensilien braucht. In dem Kochbuch finden sich sehr viele Rezepte: zwei bis vier pro Seite. Immer auf einer Seite der Text, auf der anderen Fotos, wobei auch wunderbar stimmungsvolle Fotos dabei sind. Ich mag zum Beispiel eines sehr, auf dem Männer in Tracht in riesigen Töpfen rühren - so stelle ich mir Urlaub vor!

Das Kochbuch beschreibt unglaublich detailliert, wie die Kochgeschirre beschaffen sein sollen. Und dann kommen die Einzelheiten, die man doch noch mitnehmen sollte, darunter Milchaufschäumer und Mörser. Auch der Grundvorrat an Lebensmitteln wird genau aufgelistet. Es folgen Kochtipps, welche Lebensmittel schnell zubereitet werden können. Bei Fleisch wird extra darauf hingewiesen, dass es möglichst aus ökologischer Aufzucht kommen sollte - sehr zu meiner Freude, denn dieser Ansicht bin ich auch. Auf der anderen Seite wird dann aber Suppenwürfel empfohlen, allerdings die glutamatfreie Variante. Es sind Mengen- und Gewichtsangaben beschrieben, was ich für Campingküche sehr geschickt finde, alles heruntergebrochen auf neun Lebensmittel und die Maßeinheit 1 EL und 1 mittelgroße Tasse, sodass man sich Messgeschirr bzw. Waage erspart.

Entsprechend der Masse an Rezepten, die dann folgt, sind diese sehr einfach zuzubereiten: Crostini mit verschiedenen Pestosorten, verschiedene Dips aber auch Suppen findet man bei den Vorspeisen. Dazu immer wieder Tipps wie eine Ausführung über die Muskatnuss als Glücksbringer.

Es folgen Salate, Fleisch, Gemüse, Nudelgerichte und sehr viele mehr. Weiters werden verschiedene Kräuter vorgestellt, die man in der Natur quer durch Europa finden kann. Auch Geschenke aus der Küche werden vorgestellt, Küchentricks, Getränke, Grillen am offenen Feuer und noch mehr wie z. B. das Umleiten von Ameisenstraßen.

Ein paar Rezepte habe ich getestet.

Rotbarsch in Meerrettichsauce - so im Originalrezept, den habe ich aber nirgends bekommen, doch es stehen noch andere Fischarten dabei, die man stattdessen verwenden kann. Vier Fischfilets werden auf beiden Seiten rasch in Butter angebraten. In der Zwischenzeit verrührt man 1/2 Tasse Milch mit 1/2 Tasse Rahm (ich nehme an, da ist Schlagobers gemeint, aber da habe ich mich wahrscheinlich geirrt), 1 TL Dijonsenf und/oder 1 TL Meerrettich. Es wird empfohlen, wenn vorhanden ein wenig Safran zu verwenden, um die Sauce gelb zu färben, was ich auch getan habe. Diese Saucenmischung leert man über den Fisch und lässt den Fisch gar ziehen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.
Irgendetwas scheint da mit der Rahm-Milch-Mischung schief gegangen zu sein, denn wie man auf dem Foto sehen kann, hat sich das Fett in dicken Augen abgesetzt. Die Sauce war sehr dünn.


 Scharfes Huhn mit Ingwer
4 Hühnchenbrüste - 500 g (!!!) Ich sehe gerade die Kochpoetin vor mir, wie sie lacht, weil bei ihren riesigen Hendln ist das wahrscheinlich gerade mal eine halbe Hühnerbrust ...
2 EL Sesamöl
2 rote Chili, fein geschnitten
2-3 Knoblauchzehen, fein geschnitten
1 Stück Ingwer (4 cm) geschält, fein geschnitten
Saft von 2 Zitronen
2 Hände voll Glasnudeln
1 Bund frische Minze, klein gezupft
Peffer, Salz
Hendl in Streifen schneiden, Sesamöl erhitzen, Fleisch darin 2 - 3 min. braten, Chili, Knoblauch, Ingwer dazu, nochmal 2 min. braten, dann 2-3 min. durchziehen lassen, 2 EL Zitronensaft dazugeben. In der Zwischenzeit 2 l Wasser zum Kochen bringen, Glasnudeln darin bissfest kochen, abgießen, kalt abbrausen, abtropfen. Nudeln grob zerkleinern, mit dem Fleisch vermengen, restlichen Zitronensaft drüberträufeln, salzen, pfeffern, mit Minze bestreut servieren.
Sehr trocken. Wir haben dann mit Sojasauce und Sweet Chili Sauce nachgeholfen. Auf jeden Fall braucht es für uns eine Menge Gemüse im Asia-Style dazu.


Duftende Pfifferlingspfanne
500 g Spaghetti
4 - 8 Hände voll frische Eierschwammerl
2-3 EL Butter
2 EL Öl (Steinpilzöl)
Salz, Pfeffer

Spaghetti in Salzwasser kochen, abtropfen lassen. Währenddessen die Pilze in Butter und Öl 2-3 min. anbraten, salzen und pfeffern. Spaghetti darin schwenken.

Ebenfalls sehr trocken. Ein wenig Schlagobers würde den Gericht sehr gut tun.


Unterm Strich finde ich, dass die beiden Autorinnen sich sehr, sehr viel Arbeit gemacht haben mit dem Buch. Es ist alles darin verarbeitet, was die Aspekte Camping-, Hütten- oder Bootsurlaub angeht, alle möglichen Küchentricks werden verraten. Kinder werden speziell berücksichtigt, z. B. wird ein Gummibärchen in ein Dessert eingearbeitet, wer es findet, darf sich etwas wünschen.  Kräuter werden beschrieben, wie sie quer durch Europa wachsen und was man mit ihnen machen kann. Es ist sehr viel mehr als ein Kochbuch, vielmehr ein Allzweckbuch für den Urlaub auf einem Boot, in einer Hütte oder am Campinplatz mit diversen Vorschlägen für Freizeitbeschäftigung wie Pilze suchen, andererseits auch der Zubereitung von Geschenken aus der Küche. Man kann auf jeden Fall viel mitnehmen aus dem Buch.



Das Buch wurde mir vom AT Verlag zur Verfügung gestellt.

Montag, 28. Juli 2014

Zucchinipuffer mit Haselnüssen

Eigentlich sollte man ja jedes Kochbuch dazu verpflichten, ein Rezept für Zucchinipuffer zu haben. Nichts mache ich im Sommer so oft wie Zucchinipuffer. Überall lachen einen Zucchini an und sind günstig zu haben. Vor allem: Schnell und einfach muss es derzeit gehen bei mir und da sind sie mir sehr willkommen. Dieses Mal habe ich eine Variante in Valentinas Kochbuch entdeckt, die ich mir nicht vorstellen konnte, da sie mit Haselnüssen gemacht wird. Und Rezepte, die ich mir nicht vorstellen kann, muss ich fast zwanghaft nachmachen.



Für 2 Personen
500 g kleine, feste Zucchini
1 EL Zitronensaft
2 Eier 
2 kleine rote Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
4 EL Mehl
2-3 EL Semmelbrösel
50 g gemahlene Haselnüsse
1–2 TL Kreuzkümmel gemahlen

150 g Vollmilchjoghurt
1 TL Honig
Salz
Pfeffer (bei mir Melange blanc)
1Bio-Limette, die Schale ganz fein abgerieben
1–2 TL Kreuzkümmel (ganz)

Zucchini waschen und grob raspeln, in ein Sieb legen. Den Zitronensaft und 1 TL Salz über die Raspeln streuen und 15 Minuten ziehen lassen.
Zwiebel und Knoblauch fein hacken. 1 EL Olivenöl erhitzen und den Zwiebel darin auf kleiner Flamme weich schmoren. Knoblauch 1 Min. mitschmurgeln. Von der heißen Platte ziehen.
Eier, Mehl und Pfeffer verquirlen.
Zucchini ausdrücken, die letzte Feuchtigkeit dann mit Küchenrolle oder einem Geschirrhangerl rausdrücken. In die Zwiebel-Knofi-Mischung einrühren. Semmelbrösel, Haselnüsse und gemahlenen Kreuzkümmel untermischen, die Masse salzen und pfeffern.
Öl in der Pfanne erhitzen. Kleine Teigportionen hineinsetzen und in 5-7 Minuten knusprig braten. Auf Küchenpapier entfetten.

Während die Puffer braten, Joghurt mit Honig, Salz, Pfeffer und geriebene Limettenschale verrühren. Kreuzkümmel in einer Pfanne ohne Fett anrösten und über den Dip streuen.

Die fertigen Puffer mit dem Dip servieren.


Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Man muss Kreuzkümmel mögen! Das sieht man aber eh schon an der Zutatenliste und wird damit nicht großartig überrascht. Mir hat die Kombination mit den Haselnüssen und dem Kreuzkümmel sehr gut gefallen. Ein kleines bissi orientalisch, aber eben nur ein bissi.
Die Zubereitungszeit ist bei diesem Rezept für Zucchinipuffer relativ lang angegeben: 1 Stunde. So lange habe ich nicht gebraucht. Vor allem werden die geraspelten Zucchini eingesalzen und ziehen 15 Minuten, das ist also eine Zeit, die man nicht zum Kochen braucht und man kann etwas anderes machen. 45 min., davon 30 min. Arbeitszeit würde ich meinen.
Die Menge ist ordentlich. Aber das ist ja das Feine an Zucchinipuffern: Man kann sie am nächsten Tag auch kalt noch gut essen.

Eine sehr gute Alternative zum oben genannten Dip ist Joghurt (türkisches oder griechisches, 10 %-ig, stichfest) mit der Schale von diesen Salzzitronen. Schmeckt schön säuerlich und zitrusfrisch, also perfekt für den Sommer.

Bei uns gab es dazu eine große Schüssel Blattsalate aus eigenem Anbau.


Freitag, 25. Juli 2014

Salzzitronen im Essiggurkerl-Style

Wie ich hier beim Zitrussen schon geschrieben habe, habe ich unter anderem Salzzitronen nach dem Citrus-Kochbuch eingelegt. Die Assoziation "Essiggurkerl" stellte sich beim Verkosten ein. Die anderen Salzzitronen sind im Geschmack weitaus salziger, diese hier sind die sanfte Variante.
Die Giftige Blonde, eine liebe Freundin, bekam eine der eingelegten Zitronen, war restlos begeistert und möchte wissen, wie das Rezept geht. Also bitte, meine Liebe, hier kommt es.


 6 unbehandelte Zitronen
100 g Meersalz
500 ml Olivenöl (bei mir 2 Liter)
2 Knoblauchzehen, geschält
1 frisches Lorbeerblatt
1 TL Szechuchanpfeffer

Zitronen gründlich waschen. Der Länge nach einschneiden und achteln, aber nicht komplett durchschneiden, sondern am Stielansatz sollen die Zitronen noch zusammenhalten.
Zitronen in eine Schüssel geben und mit dem Salz bestreuen. Die Schüssel zudecken und 2-3 Tage im Kühlschrank durchziehen lassen.
Zitronen in ein Sieb legen und 20 min. abtropfen lassen, anschließend in ein großes Glas mit Bügelverschluss schichten, mit Olivenöl übergießen. Die geschälten ganzen Knoblauchzehen, Lorbeerblatt und Szechuanpfeffer dazugeben. 2-3 Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen.


Auf dem ersten Foto sieht man, wie das bei mir ausgesehen hat, als ich einen Liter Olivenöl auf die Zitronen geleert hatte. Ich war mir nicht sicher, ob das gut gehen kann, wenn so viel von den Zitronen oben rausschaut und habe noch einen Liter draufgeleert, dann waren die Zitronen bedeckt.

Die Theorie sagt, dass die Zitronen nach dem Durchziehen im Kühlschrank, also nach 2-3 Tagen schon weich sein sollten. Wie wir beim Zitrus-Testessen gesehen haben, waren diese Salzzitronen von der Konsistenz her die festesten. Vom Geschmack her sind sie die mildesten gewesen. Eher wie Essiggurkerl und "weicher" im Geschmack im Gegensatz zu den anderen, die doch sehr dominant sind.

In der Zwischenzeit sind von den stolzen 6 Zitronen nur noch drei übrig. Mittlerweile sind sie in einzelne Gläser übersiedelt, weil ich nicht so viel Stauraum zur Verfügung habe. Außerdem habe ich das restliche Öl, das nach dem Umziehen der Zitronen übrig ist, abgefüllt. Bisher habe ich es in einer Salatmarinade und zum Parfumieren von Rindfleisch nach dem Grillen verwendet. Das Öl schmeckt würzig-zitronig, also wirklich erfreulich. Das Salzen der Salatmarinade kann man sich auf jeden Fall sparen, wenn man dieses Gewürzöl verwendet. Grillfleisch besser erst nach dem Grillen damit würzen, da das Salz wahrscheinlich dem Fleisch Flüssigkeit entziehen würde, wenn man das Fleisch lang damit einlegt. Auf jeden Fall waren die zwei Liter Öl nicht falsch eingesetzt für diesen Zweck. Man bekommt ein wirklich feinwürziges Zitronen-Öl.

Was ich sehr fein gefunden habe: Diese Zitronenschale klein schneiden und in Joghurt einrühren, am besten in festes Joghurt, also so richtig fettes türkisches mit 10 % Fett zum Beispiel. Macht sich gut zu meinen im Sommer unverzichtbaren Zucchinipuffern.
Durch den eher sanften Geschmack geht diese Salzzitrone auch gut in Sauce Trara und sicher auch in Remoulade - die zweite Variante habe ich noch nicht getestet, aber Remoulade ist ja nichts anderes als Sauce Trara mit Eiern drinnen.


Die intensivsten unter den Salzzitronen waren die vom Mundschenk, sein bzw. das Rezept der superlieben Parvin findet man hier.


Und weil die Salzzitronen tierfrei sind und ich außerdem weiß, dass Katharina sehr zitrusaffin ist, schicke ich das Rezept zum Tierfreitag.

tierfreitag

Mittwoch, 23. Juli 2014

Ofengeröstete Erdbeeren



Als wir vom Waldviertel nach Hause gefahren sind, fuhren wir beim Stift Zwettl vorbei. Das hat nicht nur einen wahnsinnig schön gestalteten Innenhof samt Barockgarten, sondern auch Erdbeerfelder. Ja, jetzt noch. Und was für Erdbeeren! So etwas habe ich tatsächlich noch nie gesehen. Riesige Trümmer! Total dunkelrot. Das Aroma war so genial, wie die Erdbeeren ausschauen.


Sandras ofengeröstete Erdbeeren war mein erster Gedanke, als ich überlegt habe, was ich mit den Wunderdingern anfangen sollte. Und genau das wurde dann auch aus einem Kilo Erdbeeren. Ein ganzes Ofenblech habe ich mit den Erdbeeren ausgelegt und übrig geblieben sind nach der Aktion zwei kleine Gläschen. Nachdem ich wegen der schon vorhandenen extremen Süße keinen Zucker mehr dazugegeben habe, hatte ich erst Sorge, ob sich die Gläschen vielleicht nicht halten, aber nachdem nun eines von den zwei Gläsern schon weg ist, brauche ich wohl nicht weiter überlegen, denn das zweite Glas wandert in den Kühlschrank und wird dort sicher nicht alt werden.



Die Zubereitung war einfach:
1 kg Erdbeeren in kleine Stücke geschnitten, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, ab damit ins auf 190 Grad vorgeheizte Backrohr. Und dann alles vor sich hinschmurgeln lassen, dabei alle 10 min. durchrühren. Bei mir war nach 35 - 40 Minuten schon relativ viel vom Saft verkocht. Die ganze Bescherung vom Backblech herunterzubekommen war dann doch eine ziemliche Aktion, bei der die Erdbeeren abgekühlt sind. Ich hab sie sicherheitshalber noch in einen Topf gegeben und einmal aufgekocht. Zwei kleine Gläschen voll sind sich noch ausgegangen beim Abfüllen.

Ein Glas haben wir direkt nach dem Auskühlen mit Eis vernichtet ... Absolut genial!



Kein Tier beteiligt, also ab damit zum Tierfreitag, auch wenn nicht Freitag ist.

tierfreitag

Montag, 21. Juli 2014

Mohnblüte im Waldviertel




Nun waren der Turbohausmann und ich im Waldviertel und haben uns die Mohnblüte angeschaut. Wir haben es aber nicht so schlau gemacht wie die liebe Friederike Fliederbaum, die war nämlich schon vor einer Woche. Wir waren direkt an dem Wochenende, an dem der Tag der Mohnblüte gefeiert wird, sprich: Mit uns waren alle anderen Menschen, die von der Mohnblüte wissen, auch dort. Das war a bissi anstrengend, aber dennoch wunderschön. Wer die Mohnblüte im Waldviertel noch nicht auf der To Do-Liste für sein Leben hat, sollte sie draufsetzen. Es ist so beeindruckend! Einen Tag nur blüht jede Blüte und insgesamt dauert das Schauspiel 10 Tage, dann ist es vorbei für ein Jahr.


Nun hatten wir doppelt Glück, weil wir hatten zwar ein ziemlich eher rustikales *hüstel* Hotelzimmer, aber wenn man bei der Balkontüre raus ist, war da direkt ein Steilhang, der zugewachsen war mit Mieze Schindler. Eine wirklich außergewöhnlich schmeckende Erdbeere, die dieses Jahr auch bei mir auf Balkonien einziehen durfte, sich aber als Zicke entpuppt hat. Sie hat sich entschlossen, lieber Ableger in Massen zu machen und nur eine Erdbeere pro Pflanze zu tragen. Im Waldviertel habe ich gesehen, dass ich nie mehr wieder darauf hoffen darf, dass meine Mieze Schindler so groß werden wie dieses Jahr, sondern dass ich in Zukunft eher mit Walderdbeergröße rechnen muss, außerdem sollte ich wohl ganz Balkonien damit zupflanzen, wenn ich mehr als 5 Beeren auf einmal ernten will. Ob sich unsere Wege ganz trennen, weiß ich nicht, aber vielleicht komme ich ja noch zu einem Hang, der gern zugewachsen werden will.


Also das Frühstück war für mich mit diesem Hang gesichert. Der Turbohausmann war mit dem Hund spazieren, ich hab währenddessen den Hang erklommen und mich durchgefuttert. Ansonsten waren wir dann doch lieber essen, obwohl im Waldviertel in Wald und Flur gerade auch Himbeeren und Heidelbeeren in Massen wachsen, die Brombeeren fangen grad an. Das wollte ich aber eigentlich gar nicht erzählen, sondern von einem Lokal, in dem wir essen waren und das uns schwer beeindruckt hat. Man sollte sich die Zeit nehmen, zuerst eine ausgiebige Runde im von den Vier Pfoten betreuten Bärenwald zu drehen und dann in das gleich beim Eingang des Bärenwaldes gelegene Restaurant Bärenhof Kolm gehen. Nicht nur der Blick über die harmonische Waldviertler Gegend beeindruckt, sondern das Essen noch mehr.

Carpaccio vom Waldviertler Weiderind mit Rucola und Parmesan
Asiatisches Beef Tatare mit Sellerie Crème brûlée und Teriyaki-Melone

Steak vom Donaulandrind, 2 x Karotte und Mohnschupfnudeln
24-Stunden-Kräuterkalb mit Trüffelpolenta, Kohlrabi und Madeirasauce
Soufflierte Mohnmarillen, Bourbon Vanille und Marillen-Thymianeis
Weißmohn-Panna Cotta mit Marillen und Croissant














Es war ein Gericht besser als das andere. Wirklich so fein! Egal, ob das jetzt die Melone in Teriyaki-Marinade war, die ich mir vorher gar nicht vorstellen konnte, oder der umwerfende Geschmack vom Kohlrabi, so intensiv, wie ich Kohlrabi selten gegessen habe, als Abschluss das noch heiße hausgemachte Croissant, das mit der Marillenfülle glänzte - einfach alles perfekt.

Freitag, 18. Juli 2014

Traust dich nie!



Die liebe Sandra hat derzeit ein tolles Event: Kindheitserinnerungen! Wie bei vielen Menschen gibt es auch bei mir jede Menge Ess-Erinnerungen, die oft mit meiner Oma verbunden sind.

Und dann gibt es die Erinnungen an Mutproben unter Freundinnen.
Zum Beispiel: "Weißt eh, wennst drei Marillenkerne isst, dann stirbst!"
"Geh Blödsinn"
"Na dann trau dich!"
Zuerst einmal begann dann die gar nicht so einfache Prozedur, mit einem Hammer die Marillenkerne zu bearbeiten, um an das begehrte gefährliche Innere zu gelangen - nachträglich betrachtet war das wahrscheinlich das Gefährlichste an der ganzen Sache.
Nach diversen Beratschlagungen, wie man das denn nun am besten machen sollte, hat die Mutigste aus der Runde einmal mit einem Kern begonnen - da haben die anderen schon drauf gewartet, dass sie umfallt. Ist sie aber nicht. Dann hat es nicht lange gedauert und eine andere hat gleich drei auf einmal in den Mund genommen, die Kerne gekaut und geschluckt. Im Endeffekt hat dann jede drei Kerne gegessen, weil wenn, dann wollten wir gemeinsam sterben.
Überlebt haben wir es alle.


Aber was ich dann einmal gesehen habe, war unglaublich: Die Oma, die liebe Oma hat sogar in jedes Glas Marillenmarmelade so einen Kern reingetan!  Und Schnaps. Wahnsinn. Und ich durfte die Mamlad sogar essen - brandgefährliches Zeug!



Dank Sandras Event habe ich mich auch noch an die Worte einer lieben Freundin, der Giftigen Blonden, erinnert: Marillenmarmelade wird am besten, wenn man sie passiert. Ich war ja bisher immer eine große Anhängerin des Pürierstabes: Marillen waschen, entkernen, klein schneiden, mit dem Pürierstab je nach Wunsch (Stückerl in der Marmelade oder glatte Marmelade) kurz oder gründlich mit dem Mixstab durchfegen, mit Gelierzucker einkochen. Ende.




Anders bei der Variante mit dem Pürieren: Marillen waschen und entkernen bleibt gleich. Klein schneiden muss man die Marillen nicht, denn die muss man weichkochen, überkühlen und dann durch die Flotte Lotte pürieren. Die Schalen bleiben zurück in der Flotten Lotte. Das wunderbar glatte Mus wird dann mit Gelierzucker eingekocht. Wer gern gehärtete Fette in der Marmelade hat, nimmt normalen Gelierzucker, alle anderen nehmen Bio-Gelierzucker.


Kurz vor dem Abfüllen kommt pro Kilo Obst noch ein Stamperl Schnaps in die Marmelade - bei mir Marillenschnaps. Aus der Wachau. Wo übrigens auch die Marillen für die Marmelade herkommen sollten. Bei mir dieses Mal nicht, weil ich superliebe Nachbarn habe, die eines Abends geklingelt haben und mit 10 Kilo Marillen aus ihrem Garten vor der Tür standen. Also habe ich dieses Jahr die zweitbesten Marillen gehabt - dieselbe Marillensorte wie in der Wachau (Ungarische Beste), aber halt nicht in der Wachau gereift, wo das Tag-Nacht-Temperaturverhältnis den Marillen den letzten Schliff gibt.



Die Gelierprobe geht so: Nachdem Obst und Gelierzucker 3 min. sprudelnd gekocht haben, kommt ein Löfferl voll Marmelade auf einen Teller. Man wartet kurz, dass die Marmelade überkühlt, dann bläst man auf die Marmelade am Teller. Kann man die Marmelade verblasen und sie behält diese verblasene Form bei, kann man sie in Gläser abfüllen. Klappt das nicht, kommt ein wenig Gelierzucker dazu und man versucht nach 3 min. erneut, ob es funktioniert. Danach kommt die Marillenmarmelade zu den Kernen ins Glas. Ich hab am liebsten Gläser mit Schraubverschluss.


Das Ergebnis dieser Kern- und Passiermethode ist wirklich toll geworden. Die Marmelade ist nicht nur glatt, sondern richtig samtig in der Konsistenz. Und der Geschmack wirklich genial. Wie früher bei Oma!



Noch ein Wort zu den Marillenkernen: Sie enthalten wirklich Blausäure, sind also nichts, was man wie Erdnüsse beim Fernsehen massenweise knabbern sollte - wobei sich natürlich die Frage stellt, ob man das mit Erdnüssen in Massen tun sollte.
Ich habe gegoogelt und die Empfehlung der britischen Food Standards Agency (FSA) gefunden, dass man nicht mehr als 2 Kerne am Tag essen sollte. Die Blausäure wird beim Kauen freigesetzt und noch dazu scheinen Wachauer Marillen sehr wenig Blausäure zu enthalten. Somit habe ich keine Bedenken, die Variante mit dem Kern in der Marmelade zu veröffentlichen. Diesen Sicherheitshinweis stelle ich aber trotzdem hier ein.





Nun fehlt noch der Banner zu Sandras Event, den ich übrigens für ganz besonders gelungen halte!

Kindheitserinnerungen