Montag, 27. Juni 2016

Gratinierte Muschelnudeln auf Kohlrabi-Erbsen-Ragout

Letztens habe ich bei Petra ein tolles Rezept gesehen: Muschelnudeln auf Spargelragout. Ja nun, hier gibt es seit einer Woche keinen Spargel mehr, zumindest keinen schönen, also musste ich das Rezept umbauen. Nachdem ich noch Kohlrabi auf Balkonien hatte, dazu die ersten eigenen Erbsen, Estragon wuchert auch wie verrückt - da war die Entscheidung schnell gefallen.



Für 3 Portionen:

Für das Gemüseragout:
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe (klein)
2 kleinere Kohlrabi
2 Hände voll Erbsen, blanchiert
1/2 Biozitrone, Saft
Sonnenblumenöl
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
1/8 l Weißwein (kein süßer)
150 ml Schlagobers

Für die überbackenen Muschelnudeln:
200 g Muschelnudeln
250 Gramm Ricotta
1 ganzes Ei
30 g frisch geriebener Parmesan
2 EL Semmelbrösel
1/2 Biozitrone, Schale
Salz
Pfeffer
1 Hand voll frisch geriebener Parmesan zum Gratinieren

Zum Servieren:
2 EL grob gehackten Estragon


Schalotte und Knoblauch fein hacken. Kohlrabi schälen und in Würfel schneiden. 2 EL Öl erhitzen, Kohlrabi darin anrösten. Schalotte und Knoblauch mit anschwitzen. Salz, Pfeffer und Muskatnuss dazugeben. Mit dem Weißwein und dem Zitronensaft aufgießen und die ganze Flüssigkeit einkochen lassen.
In der Zwischenzeit die Erbsen blanchieren, wirklich nur einmal aufkochen und dann in Eiswasser abschrecken - das ist wirklich nur, damit die Erbsen schön grün bleiben; gegart werden sie dann eh im Rohr.
Schlagobers einühren, einmal aufkochen lassen. Erbsen dazugeben, unterrühren. Abschmecken und vom Herd ziehen.

Backrohr auf 180 Grad vorheizen.

Die Muschelnudeln in kochendem Salzwasser halb gar kochen. Meine hatten eine Garzeit von 14 min. angegeben, ich habe sie nach 8 min. abgeseiht. Sie waren nach dem Gratinieren perfekt!

250 Gramm Ricotta, 2 Eigelb, 30 g frisch geriebener Parmesan, 2 EL Semmelbrösel, Schale von 1/2 Biozitrone, Salz und Pfeffer verrühren und in einen Spritzsack füllen. Gemüseragout in eine ofenfeste Form füllen. Muschelnudeln draufsetzen und die Fülle auf die einzelnen Nudeln verteilen. Mit Parmesan bestreuen und 15 min. backen, dann den Grill zuschalten und noch einmal 10 min. gratinieren.

Mit gehacktem Estragon bestreuen und servieren.


Wie schreibt Petra oft? Ein Knaller! Ein wirklich sehr feines Essen. Und wieder einmal der Beweis, dass Kohlrabi und Estragon unglaublich gut zusammenpassen.
Nachkochempfehlung!

Sonntag, 26. Juni 2016

Nektar

Einträchtig sammeln Hummeln und Bienen Nektar von meinem Lavendel. Schon die ganze Woche ist da ein Schwirren und Brummen, dass es eine Freude ist. Ich kann mich gar nicht sattsehen an diesem Schauspiel, das mir die Emsigen direkt vor meiner Eingangstüre bieten.



Wieder eine sonntägliche Inspiration, die ich zu Eclectic Hamilton und ihrer Link Party schicke.

Samstag, 25. Juni 2016

Polnische Schwammerlrouladen auf Rahmkraut

Ja, Fußball. Punkt. Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Nun gibt es aber das Europakochen von Aus meinem Kochtopf und das ist schon mehr nach meinem Geschmack. Und ich hab eine liebe Freundin, die ist gebürtige Polin. Bitte die kann kochen! Vor allem die genialen Pirogge. Daher habe ich die auch noch nie selber gemacht, weil sie legt die Latte dermaßen hoch, dass ich das sowieso nie zusammenbringe - und ich bekomme immer wieder mal eine Lieferung! Einmal war ich eingeladen, da gab es eine Erdäpfelroulade mit einer Schwammerlmischung. War auch sehr, sehr fein! Diese Rouladen zimmere ich jetzt nach den Angaben meiner Freundin nach.



Für den Teig:
500 g mehlige Erdäpfeln (geschält, gekocht und durch die Presse gedrückt)
100 g Erdäpfelmehl
50 g griffiges Mehl
30 g Butter
1 Ei
Muskatnuss
Salz

Klarischtfolie
Alufolie

Schwammerlfüllung:
400 g Eierschwammerl und Pilze, gemischt
1 Schalotte
Sonnenblumenöl
2 EL Petersilie, gehackt
Salz
Pfeffer
1 Stamperl Wodka (darf man auch weglassen, wenn Kinder mitessen - wobei polnisch essen ohne Wodka schon sehr schlecht geht)

Rahmkraut:
1 Spitzkohl
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 El Sonnenblumenöl
1 Stamperl Wodka (siehe oben)
250 ml Schlagobers
Salz
Pfeffer
Muskatnuss


Zuerst die Erdäpfel in Salzwasser zustellen. Während die kochen, bereitet man die Schwammerlfülle zu.


Die Pilze putzen und in feine Würfel schneiden. Schalotte ebenfalls in feine Würfel schneiden. Schalotte im Öl anschwitzen, Pilze dazugeben und rösten, bis alle Flüssigkeit weg ist. Mit dem Wodka aufgießen und wieder rösten, bis keine Flüssigkeit mehr da ist. Mit Salz, Pfeffer und Petersilie würzen. Gut abkühlen lassen.





Für den Teig die Erdäpfel noch heiß durch die Erdäpfelpresse drücken, die Butter einrühren und ein wenig überkühlen lassen. Dann mit einer Gabel die übrigen Zutaten einarbeiten, bis man einen glatten Teig hat. Perfekt wäre, wenn die Fülle nun ausgekühlt wäre, dann könnte man gleich weiterarbeiten.

In einem großen, vor allem weiten Topf Wasser erhitzen.

Für die Rouladen Alufolie auflegen, darauf Klarsichtfolie. Den Teig vierteln und einen Teil auf der Klarsichtfolie mit den Händen breit drücken, bis der Teig ca. 3 mm dick ist. Man sollte die Maße des Kochtopfs mit dem Wasser im Auge haben, denn da müssen die Rouladen drinnen gar ziehen! 1/4 der Fülle auf dem Teig verteilen, dabei am Ende des Teiges einen breiteren Rand ohne Fülle lassen. Mit der Klarsichtfolie straff einrollen, an den Rändern zudrehen. Dann mit der Alufolie noch einmal einrollen, die Enden wieder gut zudrehen.
Dieses Prozedere macht man mit allen vier Teigstücken. Nun sollte das Wasser kochen, da kommen die kleinen Rouladen hinein, Hitze zurückdrehen und ca. 20 min. sieden lassen.

In dieser Zeit kann man das Rahmkraut zubereiten: Zwiebel und Knoblauch fein hacken, im Sonnenblumenöl anschwitze. Kraut in Streifen schneiden und mit in die Pfanne geben. Mit dem Wodka aufgießen, Schlagobers, Salz, Pfeffer und Muskatnuss dazugeben, gut verrühren und weich dünsten lassen.

Die Rouladen an den Enden aufschneiden, beide Folien entfernen und die Rouladen in dicke Scheiben schneiden. Mit dem Rahmkraut servieren.

 


Blogevent EuropaKochen 2016 - Wir kochen uns durch Europa

Und nun drücke ich Polen ganz heftig die Daumen, denn heute wird gespielt!

Wer die bisher gekochten Ländergerichte sehen will, findet bei Peter eine Zusammenfassung.

Freitag, 24. Juni 2016

[Restaurant] Bittermann Vinarium Göttlesbrunn

Ausnahmsweise haben wir für diesen Ausflug einen Sommertag im Jahr erwischt - einen der ganz wenigen. Ich glaub, in diesem Sommer wachsen uns hier wirklich noch Schwimmhäute, wenn man zu viel im Freien ist! Kalt ist es auch noch. Aber egal, ich bin nicht zum Sudern da, sondern um ein wirklich deines Restaurant vorzustellen. Von Wien ist es ein netter kleiner Ausflug, denn in einer halben Stunde ist man mit dem Auto dort. Erfreulicherweise ändert sich die Speisekarte des Bittermann Vinariums laufend, denn es wird das verkocht, was in der Region gerade wächst. Was eine Spezialität des Hauses ist: Speisen vom Grill. Herr Bittermann war Grillweltmeister, also kann man da schon sehr feines vom Grill finden.



Sehr fein mit Schaffrischkäse aus der Region war dieses Eierschwammerl-Tatar. Es stand sogar der Name der Hersteller auf der Speisekarte. So etwas freut mich immer.


Avocado-Tatar mit gebeiztem Lachs und pochiertem Ei

Carpaccio - wenn das auf der Speisekarte steht, dann muss mein Mann nie lang nach der Vorspeise Ausschau halten, da schlägt er immer zu.

Eierschwammerlcremesuppe mit Speckstangerl

Das ist ein Stück vom Schwäbisch-Hällischen - so, wie es sein soll, ein schönes fettes Kotelette!

Gemüse-Pilz-Ragout, das war die Beilage zu ...

... einem Flank-Steak, das bei Tisch aufgeschnitten wurde und dann in diese vorgeheizte Gusseisen-Behältnisse kam, damit es auch schön warm bleibt.














 
Ein Tomahawk-Steak, das erste meines Lebens, das ich aber nicht allein gegessen habe, sondern das wir uns zu zweit geteilt haben. Besser gesagt war das so ein Riesentrumm, dass wir ein Drittel davon mit nach Hause nehmen konnten.


Da ist das Tomahawk-Steak aufgeschnitten, serviert als Surf and Turf, dazu Spargel und gebratene Steinpilze - der einzige Vorteil dieses nassen Sommers, dass es jetzt schon genug Schwammerln gibt.

Geeister Schokoladekuchen mit in Cointreau marinierten Erdbeeren

Holunderblütenparfait mit karamellisierter Kruste, dazu marinierte Erdbeeren.
Das ist der einzige Gang, wo ich ein kleines bissi nörgeln kann, weil das Parfait war sowas von tiegefroren, dass man eine Hacke dazu gebraucht hätte, um es zu zerteilen. Aber egal, an einem warmen Sommerabend kann man auch mal warten, bis so etwas auf Temperatur ist.








Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Was mich als Nicht-Weinkennerin sehr gefreut hat, war die Auswahl an nichtalkoholischen Getränken. Es gab einige hausgemachte, nicht zu süße Getränke. Und bitte das in einem Lokal, das für seinen gut sortierten Weinkeller bekannt ist!
Noch etwas, das mich gefreut hat, war die Frage des Kellners angesichts der Mengen an Fleisch, die wir nicht mehr gepackt haben, ob er uns das einpacken dürfte. Das ist gar nicht mehr üblich hierzulande, dass man das gefragt wird, schon gar nicht in so einem gehobenen Lokal. Wir konnten uns tatsächlich noch am nächsten Tag an einem Salat mit kaltem Rindfleisch erfreuen, es wäre eine Schande, das wegzuwerfen.


Das war eine lustige Variante, um zu warten, bis das Parfait essbar war: Harley-Fahrer auf Charity-Tour kamen beim Bittermann vorbei und wurden dort mit Essbarem versorgt. Ich habe nicht gezählt, aber der Moderator sprach von 200 Motorrädern, die da auf Tour waren. Und das spürt man wirklich schon körperlich, wenn die näher kommen.

Mittwoch, 22. Juni 2016

[Rettungsaktion] Hanfbrot

"Wie jetzt, soll man Brot nicht mehr kaufen? Auch das noch selber machen? Na nie! So viel Zeit wie du hab ich nicht!" Wie eine Mauer standen auf einmal meine allerliebsten Nachbarinnen, mit denen ich letztens einen Damenabend verbrachte, gegen mich, als ich sagte, dass ich mein Brot manchmal selber backe. Natürlich muss man Brot nicht unbedingt selber backen, aber das, was oft verkauft wird, tu ich mir nicht an: Beim Diskonter ums Eck will ich gar nicht wissen, was an Zusatzstoffen alles drinnen ist. Oder das aufgebackene Brot aus dem Supermarkt, sodass das Brot nach ein paar Stunden so trocken ist, dass es bei den Ohren rausstaubt. Und manchmal hab ich so viel Arbeit, dass ich es nicht schaffe, zum Bäcker zu fahren. Wie jetzt? Viel Arbeit und dann selber backen? Ja, genau so. Wobei ich sagen muss, ich habe das Glück, dass ich viel Arbeit von zuhause aus erledigen kann, also kann ich ab und zu in die Küche huschen und schnell mal den Teig falten. Tut der maroden Schulter übrigens sehr gut, wenn ich alle halben Stunde aufstehe und ein bissi Bewegung mache: dehnen und strecken - den Teig und auch mich.

Und so geht mein derzeitiges Lieblingsbrot: Es ist ein No Knead-Bread, das vor allem viel Zeit zum Gehen braucht. Das heißt, wenn ich am Montag um Mittag herum frisches Brot haben will, muss ich am Sonntag irgendwann am Abend daran denken und den Teig schnell zusammenrühren. Nix mit Kneterei oder so, sondern einfach mit einem Löffel verrühren.

300 g Weizenmehl glatt
100 g Roggenvollmehl (Weizenvollmehl geht auch)
1 erbsengroßes Stück Germ (Frischhefe)
325 ml Wasser
1 TL Zucker
1 TL Salz


Die Germ mit dem Zucker zusammen im Wasser gut verrühren, bis beide Zutaten aufgelöst sind. Das Mehl dazuleeren, Salz auf dem Mehl gleichmäßig verteilen und alles verrühren. Am besten macht man diese Arbeiten gleich in einer Schüssel, zu der man einen passenden Deckel hat. Dann muss man also nur mehr den Deckel draufsetzen und die Schüssel für die nächsten 10 Stunden im Kühlschrank parken. Ungefähr 10 Stunden - eine mehr oder weniger ist auch egal. Dann nimmt man die Schüssel heraus und lässt sich wieder ca. eine Stunde stehen, bis der Teig Zimmertemperatur hat.


Nun kommt die arbeitsintensivere Zeit: jede halbe Stunde wird der Zeit gefaltet, ganze drei Mal. Zu sehen zum Beispiel hier: Videoanleitung

Nach dem dritten Falten bestreut man ein Hangerl (Deutsche nehmen ein Geschirrtuch) dicht mit Schälhanf. Man kann das auch mit Weizenkleie machen oder mit viel Mehl stauben, aber mir schmeckt der Schälhanf sehr gut. Da kommt der Teig mit dem Schluss (die Stelle mit der Faltung) nach unten hinein. Alles in eine Schüssel (Luxusvariante: ins Simperl) geben, Hangerl über dem Teig zusammenschlagen und noch einmal eine Stunde gehen lassen. In dieser Zeit das Backrohr mit einem gusseisernen Topf samt Deckel auf 240 Grad aufheizen.
Den Topf mit gut isolierenden Topflappen herausnehmen, das Hangerl vom Teig zurückschlagen, gut festhalten und den Teigling kopfüber in den Topf kippen. Deckel drauf, ab ins Backrohr und 30 min. backen. Dann das Backrohr auf 210 Grad zurückschalten, Deckel vom Topf nehmen und noch einmal 15 min. backen.

Brot herausnehmen, auf die Unterseite klopfen: wenn es hohl klingt, ist das Brot fertig. Dann darf es auf ein Kuchengitter, damit es auch von unten Luft bekommt und nicht zu schwitzen beginnt. Nach mindestens einer Stunde Wartezeit darf man anschneiden und kosten.
 

Das geht wirklich so einfach wie es klingt. Wie man sieht, gelingt es auch mir nicht immer, dass das Brot perfekt in den Topf reingleitet, aber es ist ein sehr unkompliziertes Brot, das so etwas verzeiht. Es verzeiht auch, wenn man sich nicht akkurat alle halben Stunde faltet, sondern wenn es wegen eines Telefonats halt mal 45 min. dauert, bis wieder gefaltet wird. Und wenn man das Brot einmal gekostet hat, dann isst man vieles von dem, was als Brot zum Verkauf angeboten wird, einfach nicht mehr.

Ich bin natürlich nicht so gut wie ein wirklicher Bäcker, der sein Handwerk von der Pike auf einige Jahre gelernt hat, aber ich kann mir helfen, wenn ich nicht zum Bäcker komme. Darauf kommt es mir an.



Wie immer habe ich keine Ahnung, was die anderen TeilnehmerInnen von #wirrettenwaszurettenist geplant habe, daher freue ich mich schon drauf, wenn ich mich durch die folgenden Blogbeiträge wühlen darf.



Paprika meets Kardamom - Naan aus der Pfanne 
magentratzerl - Pletzl
Giftigeblonde - Bierbrot
Summsis Hobbyküche - Baguette
Was du nicht kennst... - No-Knead-Bread
Dynamite Cakes - Focaccia mit roten Zwiebeln 
brotbackliebeundmehr - Karottenbrot mit Kürbiskernen
Kochen mit Herzchen - Niederrheinischer Butterstuten
Anna Antonia - Pain au chocolat
Sakriköstlich - Mittelalterliches Bauernbrot
Unser Meating - 3-Minuten-Vielfalt-Brot
Food for Angels and Devils - (Ein)genetztes Brot
Feinschmeckerle.de - Kieler Semmeln
Das Mädel vom Land - Kammutbrot
Meins! Mit Liebe selbstgemacht - Pide
Obers trifft Sahne - Walnuss-Bier-Brot
German Abendbrot - Toastbrot
Fliederbaum - Dinkel-Erdmandelbrot



Das ist das Hanfbrot mit einem Spargelpesto drauf. Schmeckt köstlich und geht sehr einfach. Und wie? Einfach bei der letzten Rettungsaktion nachschauen und sich ein Rezept nach eigenem Gusto aussuchen: Wir retten das Pesto Ich habe das von Friederike vom Fliederbaum nachgemacht: guckst du!

Montag, 20. Juni 2016

Mozartkugel im Strudelblatt mit Minzpesto

Christine vom Blog Annaantonia hat sich dieses Rezept aus dem Buch Goli grillt Basics gewünscht und ich liefere prompt. :)

Falls jemand noch nie Strudelpackerl gemacht hat: Die gehen wirklich nur mit fertigem Strudelteig. Ich habe es einige Male mit selbst gemachten Strudelteig nach verschiedenen Rezepten versucht, aber der war immer zu weich und platscht dann formlos zusammen. Die Strudelblätter sind fester und geben den Packerln einen schönen Stand.

Was auch nicht geht: Beschichtete Muffinformen auf dem Grill. Es wird zu heiß auf dem Grill für Beschichtungen, wie ich sie kenne. Also mag sein, dass es irgendeine Beschichtung gibt, die das aushält, aber ich kenne halt keine.

Für 12 Stück:
100 g flüssige Butter für die Muffinformen und den Strudelteig
1 Packung Strudelteig
40 g Butter
2 Eigelb
1 Prise Salz
Schale einer halben Zitrone, fein abgerieben
120 g Sauerrahm
60 g entrindete Weißbrotwürfel
2 Eiweiß
40 g Zucker
12 Mozartkugeln
1 EL gehackte Pistazien

Grill (braucht einen verschließbaren Deckel) zum indirekten Grillen vorheizen.

Muffinformen gut einfetten. Strudelblätter in 10 x 10 cm große Quadrate schneiden, mit flüssiger Butter bestreichen und doppellagig in die Muffinformen drücken, dabei oben nach außen klappen. 40 g Butter schaumig rühren, nach und nach Eidotter einrühren, mit einer Prise Salz und geriebener Zitronenschale würzen, Sauerrahm und Weißbrotwürferl dazugeben, alles verrühren. Eiklar mit Zucker aufschlagen, den Schnee unter die Rahmmasse heben. Die Masse auf alle vorbereiteten Strudelblätter verteilen. Je eine Mozartkugel auf die Masse setzen, mit Pistazien bestreuen. Die Strudelpackerl oben zusammendrücken - wobei dieser Schritt im Rezept nicht beschrieben wird, aber ich habe das ganz selbstverständlich so gemacht, weil ich es immer so mache. Beim nächsten Mal wird das probiert, dass ich die Päckchen offen gare.

Die Muffinförmchen auf den vorgeheizten Grill stellen, sodass sie nicht direkt über der Glut stehen. Deckel schließen und nach 12 - 15 min. nachschauen, ob die Päckchen schon eine schöne Farbe haben. Wenn das der Fall ist, herausnehmen und mit Minzpesto servieren.


Minzpesto:
25 g frische Minzblätter
120 g Zucker
100 g geschälte, geriebene Mandeln
1/2 Zitrone (Saft)
60 ml Weißwein

Das Originalrezept geht so, dass man Minzblätter mit dem Messer fein zerschneidet, dann die Minze mit Zucker und Mandeln im Mörser zu einer feinen, trockenen Masse zermörsert, Zitronensaft und Wein dazugeben, alles gut verrühren, fertig. Ich mag aber Pesto sehr gern mit ein paar Stückchen drinnen, daher habe ich es nicht so fein gemörsert. Außerdem habe ich weniger Wein genommen, damit das Pesto fester bleibt. Uns hat es sehr gut geschmeckt.




Im Kochbuch ist das Dessert natürlich schöner angerichtet, mit Beeren am Tellerrand und Tupfern aus Pfirsichmark. Als ich das Rezept ausprobiert habe, gab es noch keine heimischen Beeren und mein Pfirsichkompott war aufgebraucht. Aber ich bin sicher, wir machen in der Grillsaison dieses Dessert noch einmal, dann kann ich ja ein fesches Foto-Update liefern.

Freitag, 17. Juni 2016

[Buchbesprechung] Goli grillt Basics

Eigentlich hatte ich befürchtet, dass das nächste Buch, das ich besprechen würde, es nicht leicht haben würde nach der letzten Rezension. Nun ist es aber so, dass dieses Grill-Buch aus dem Stocker Verlag ganz anders ist, es geht nämlich um Basics: von der Kräuterbutter über Sour Creme und Folienkartoffeln wird wirklich alles besprochen, was man als Grillanfänger braucht. Aber nicht nur, denn es finden sich viele Anregungen, die für Fortgeschrittene genau so interessant sind.

Der Autor, Christoph Gollenz, hat viele Grillmeisterschaften erfolgreich bestritten und ist mit seiner Mannschaft immer unterwegs, um auf diversen Grillevents seine Fachkenntnis zur Schau zu stellen. Man merkt, dass er weiß, worüber er da schreibt.

Was mir gefällt ist, dass nicht Grillen mit "Wir legen ein Riesentrumm Fleisch auf den Rost" gleichgesetzt wird, sondern da wird Fisch geräuchert oder zart in einer dünnen Holzfurnier gegart, es werden aber auch Gemüse und Desserts im Grill zubereitet. Daher sollte bitte niemand sagen: Ich kann doch eh schon grillen, daher brauch ich so ein Buch nicht. Also ich hab schon so ein, zwei (... hüstel ...) Grillkochbücher und wir grillen seit vielen Jahren, dennoch habe ich wieder etwas dazulernen können.

Ein wenig zwiespältig stehe ich den vielen Firmennamen im Buch gegenüber: Von den einzelnen Grillern, die besprochen werden, über die Werkzeuge, Grillkohle, Öle bis zu den Gewürzen haben alle Firmen einen Namen, sprich, es wird emsig Werbung gemacht in dem Buch. Mir ist es lieber, wenn die Werbung, die mittlerweile wirklich nötig ist, um ein österreichisches Kochbuch auf den Markt zu bringen, geballt am Ende gesammelt wird.

Sehr schön finde die klare Kennzeichnung, wie kompliziert oder einfach ein Rezept ist, welchen Griller man dafür braucht, welche Grillmethode verwendet wird und wie lange Vorbereitung bzw. Garzeit sind.

Die Fotos sind wie bei allen Büchern von diesem Verlag nach meinem Geschmack: Das Essen ist nicht malerisch in der Gegend verteilt, sondern liegt dort, wo ich es gern mag, nämlich auf dem Teller, am Grill, auf einer Servierplatte, in einer Grillpfanne etc., es mussten auch niemandes Füße mit fotografiert werden, was in letzter Zeit sehr in Mode gekommen ist. Und das sind wirklich klare und hübsche Fotos, die man sich auch gern als Serviervorschlag zu Herzen nehmen kann. Einen Blick ins Buch gibt es hier.

Die Gliederung des Buches ist klar und übersichtlich, es gibt ein schön gegliedertes Inhaltsverzeichnis und ein Verzeichnis der Fachbegriffe.

Und nun geht es ans Kochen - äh Grillen natürlich!


Und schon ist das erste Rezept da, das nicht gegrillt oder gekocht wird, sondern es ist die Anleitung, wie man Kräuterbutter macht, Knoblauch-Kräuterbutter, genauer gesagt. Es gibt gleich zwei verschiedene Rezepte dafür im Buch, eines für Kräuterbutter, die man einfach so serviert, ein Rezept für Kräuterbutter zum Überbacken. Find ich toll, dass da eine Unterscheidung gemacht wird, denn es geht ja um Basics.

Sour Creme: Wieder ein ganz schlichtes Rezept, bei dem alle Zutaten verrührt werden. Dennoch ist für uns Sour Creme unverzichtbar zu Folienerdäpfeln. Womit wir auch schon beim nächsten Rezept wären: Ich weiß, da scheiden sich die Geister, aber hier werden die Erdäpfeln so zubereitet, wie ich es mag, nämlich roh in der Folie. Erfreulicherweise gibt es aber die Anmerkung, dass man die Erdäpfeln auch vorgaren kann, um die Zubereitungszeit zu verkürzen.





Ein schönes Rezept für alle Tage: Bauernbaguette 
Wenn es heiß ist und man keine Lust hat, in der Küche zu stehen, dann bietet es sich an, ein paar Scheiben Bauernbrot nach Anleitung zu belegen. Während man das macht, werden im Kamin die Grillkohlen aufgeheizt, dann kommt die Kohle in den Grill, die Brote werden draufgelegt, Deckel zu und in wenigen Minuten ist ein feines Abendessen fertig.
Natürlich darf auch die Meisterklasse nicht fehlen: Porterhouse-Steak
Die Redewendung "Alles unter 3 Finger dick ist Carpaccio" kennen wahrscheinlich viele LeserInnen, daher habe ich meine Finger zum Beweis hingehalten, das das hier kein Carpaccio ist. Dezent ein Kilo schwer!
Es wird im Buch schon genau beschrieben, für welches Fleisch die Garzeiten berechnet sind - für dieses Gewaltteil nicht! Wir haben uns dann lieber an das Thermometer gehalten und mussten die Garzeiten verdoppeln. Allerdings haben wir erstmals ein schönes Muster zusammengebracht, denn wir haben uns an die Anweisung gehalten, wie und wie oft das Steak gewendet werden soll.


Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Erdäpfelstrudel gegrillt. Das geht tatsächlich, nämlich indirekt bei geschlossenem Deckel. Ich finde, es ist eine nette Variante, um Grill-Beilagen einmal zu variieren.

Übrigens gibt es in dem Buch auch ein Rezept für Bratwürste, so richtig selbst gemachte, allerdings habe ich das nicht gemacht, weil ich keinen Fleischwolf besitze und ich keinen argen Ehrgeiz habe, auch noch selber zu wursten. Aber dieses Grillbuch bietet fleißigeren Menschen als mir ein Betätigungsfeld.



Eines meiner Highlights: Mozartkugel im Strudelblatt, ruhend auf süßem Minzpesto.
Das habe ich unter Garantie nicht zum letzten Mal gemacht! Die Freunde, die wir zu Gast hatten, als wir das gegrillt haben, waren ebenfalls arg beeindruckt. Goli serviert das noch eleganter, denn am Tellerrand befinden sich Tupfer von Pfirsichmark, dazu Himbeeren und Heidelbeeren.








Ich nehme an, dass nun alle gesehen haben, dass dieses "Basic"-Kochbuch genug bietet, dass es auch erfahrenen HobbyköchInnen nicht langweilig wird, etwas daraus nachzumachen. Das Buch gibt es im Fachhandel oder direkt beim Stocker-Verlag zu kaufen, dem ich herzlich dafür danke, dass er mir das Buch für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Und nun bitte her mit Wünschen, welches Rezept ich genauer vorstellen soll. :)

Mittwoch, 15. Juni 2016

Erbsen ⎢Spargel ⎢Paradeiser

So schnell kann's gehen: Gestern bei chezuli gesehen und gleich nachgezimmert. Also so ähnlich irgendwie halt, denn bei Bernd steht ja nie irgendetwas dabei, wie das genau gemacht wird. Eigentlich war ja Spargel mit Sauce Bernaise geplant, aber da war dann wieder der Vorsatz mit dem Abnehmen, dem diese Variante sehr viel mehr entgegenkommt. Aber so ganz kann ich dann doch nicht kalorienarm: Ich hab nämlich zwei Scheiben Prosciutto trocken angebraten und daraus grobe Bröseln gemacht. Himmel, war das fein! Und weil ich beim Erbsenschälen schon so viele Erbsen roh gefuttert habe, musste dann noch ein Spiegelei herhalten.



Zutaten für 2 Hauptspeisenportionen:
3 Hände voll Erbsen, frisch geschält (okay, tiefkühl geht auch)
1/2 kg Spargel, geschält und in mundgerechte Stücke geschnitten
6 Stücke getrocknete Paradeiser, in Streifen geschnitten
1 EL Tomami Tomate (das ist dieses neue Suchtdingens)
3 Erdäpfeln
2 Scheiben Prosciutto
2 Eier
Salz
grob gemahlener Pfeffer
Olivenöl



Zuerst die Erdäpfeln schälen und in Spalten schneiden, mit 1 EL Olivenöl und Salz vermischen, bei 200 Grad im Rohr backen, bis sie eine schöne Farbe haben. Ich hatte noch Lagererdäpfeln, die schwächeln jetzt schon arg, aber wenn sie im Haus sind, werden sie verwendet. Einer von meinen Erdäpfeln entpuppte sich als blaues Exemplar, was man ihm von außen ausnahmsweise nicht ansah.

Erbsen aus den Hüllen herausfutzeln und in kochendem Salzwasser 1 min. blanchieren, eiskalt abschrecken.

Spargel schälen, holzige Enden abschneiden, in mundgerechte Stücke schneiden. In 1 EL Olivenöl sanft braten. Das dauert 10 - 15 min, bis der Spargel gar ist, aber hochdrehen sollte man den Herd nicht, damit der zarte Spargel nicht zu heftig röstet.

Während dieser Zeit die zwei Scheiben Prosciutto ohne Fett in einer beschichteten Pfanne anrösten, auf einem Stück Küchenrolle abtropfen lassen. Das Fett in der Pfanne lassen, da kann man dann gleich die Spiegeleier drinnen braten und gibt den Eiern zusätzlich Geschmack. Durch das Entfetten vom Prosciutto wird der schön knusprig und man kann ihn gut zerbröseln, was man auch machen sollte.

Erbsen und getrocknete Paradeiser zum Spargel geben, Tomami Tomate dazugeben, salzen und pfeffern, alles gut durchschwenken. Spiegeleier braten, mit Salzflocken würzen. Erdäpfelspalten aus dem Rohr holen. Alles anrichten, genießen.



Und nach dem Essen? Es war sehr gut!
Ganz so schnell wie das jetzt klingt, ist es nur, wenn man TK-Erbsen verwendet. Allerdings nimmt man sich damit ein medidatives Erlebnis, das ich mir ab und zu sehr gern antue.

Ob man dieses Tomami braucht? Ich habe irgendwie auch vorher überlebt und gut gegessen, aber mir schmeckt es schon verdammt gut. ;)

Montag, 13. Juni 2016

Bohnenpüree mit Chorizo und Salbei


​​Mein Salbei lebt! Ich freu mich total, denn der hat sehr tot ausgeschaut nach dem Winter. Ich hab ihn dann gnadenlos zurückgeschnitten und hatte schon nicht mehr geglaubt, dass das was wird. Aber nun wächst er wieder ganz brav. Okay, der buntblättrige schaut extrem traurig aus der Wäsche, aber ich hoffe, der wird auch noch.

Salbei ist das, was ich als Kind gehasst habe: Kaum hat es im Hals gekratzt, musste ich schon wieder diesen grauslichen Tee trinken. Dabei schmeckt Salbei so gut! Zum Beispiel auf Zwiebeltartelettes mit Ziegenkäse, auf einem herbstlichen Kübisrisotto, in einem Salbeirisotto mit Leber oder in Hasenform (Welsh Rabbit). In die Reihe dieser empfehlenswerten Rezepte reiht sich auch dieses hier ein. Das ist mich angesprungen, als ich eine Dose Bohnen im Küchenkastel entdeckte. Wer bitte kauft in diesem Haus Bohnen in der Dose? Hä? Hülsenfrüchte weiche ich doch immer ein und koche sie selber. Okay, fast immer. Und nachdem ich so ziemlich alle Einkäufe erledige, wird diese Dose wohl auch von mir gekauft worden sein.

Es ist kein Küchenkastel zu klein, um nicht doch noch eine Dose Bohne bunkern zu können, und schon gar kein Trolley, um aus dem Urlaub Köstlichkeiten mitzubringen. Die Chorizo, die ich hier verwendet habe, haben wir aus Barcelona mitgebracht - eine von etlichen Chorizos übrigens, denn die Auswahl dort ist schon ein bissl anders als bei uns, wenn es um dieses spanische Nationalheiligtum geht. Diese war dezent scharf, was extrem gut gepasst hat.



Für 2 Hauptspeisenportionen:
1 große Dose weiße Bohnen
1/8 l Obers
10 dickere Scheiben Chorizo
4 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten
1 Hand voll Salbeiblätter
2 EL Zitronensaft
Salz
Pfeffer


Die Bohnen in der Einweichflüssigkeit erhitzen, abseihen. Obers aufkochen, die Bohnen dazugeben, salzen und pfeffern, pürieren und mit Zitronensaft abschmecken. Ich mag es übrigens, wenn Bohnenpüree nicht so ganz fein, sondern noch ein bisschen stückig ist. Wer ganz glattes Püree bevorzugt, streicht es am besten durch ein Sieb. Püree warm halten.

Die Wurstradeln braten - Chorizo ist fett genug, dass man sie ohne weitere Fettzugabe braten kann. Wurst aus der Pfanne heben, das ausgetretene Fett in der Pfanne lassen und darin den Knoblauch und den Salbei kurz sanft anrösten. Nicht zu stark, denn beide können bitter werden, wenn man sie zu sehr erhitzt.

Püree auf Teller verteilen, den Rest oben drauflegen. Fertig.

Schmeckt sehr gut mit einem Stück rustikalem Brot und Blattsalaten.


Das geht übrigens wirklich so schnell wie es klingt. Und man müsste sich extrem anstrengen, um etwas falsch zu machen. Vor allem es schmeckt köstlich! Mit einem Wort: ein perfektes Rezept!

Sehr frei gekocht nach meinem Guru: Ottolenghi




Zum Glück gibt es das Event von Susanne Magentratzerl, das ich regelmäßig bestücke. Ich finde doch immer wieder Schätze!

Sonntag, 12. Juni 2016

Erbsenblüte

Schon einige Zeit schleiche ich um die sonntägliche Link-Party von eclectic hamilton herum. Nun ist ein wirklich tolles Foto geglückt, das schicke ich bei Ines vorbei.



Das sind Blüten meiner Erbsen. Mittlerweile überragen sie mein Balkonien-Geländer, das 1,50 m hoch ist, schon um einiges. Ich hatte schon einmal Erbsen auf Balkonien, kann mich aber weder erinnern, dass die dermaßen hoch werden, noch dass sie so wunderschön blühen. Erstaunlicherweise trotzen die zarten Blüten und die hoch in die Luft ragenden Ranken auch dem grauslichen Regenwetter, das wir derzeit in Wien haben.